Eingereicht von »Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester e.V.« am Freitag, 15. Mai 2026
Im voll besetzten Festsaal des Predigers begeisterte das Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester (SGAO) unter Leitung von Markus Kottmann beim Muttertagskonzert „Klassik um 11“ sein Publikum vom ersten Ton an. Herausragender Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt mit der Ausnahme Violin-Solistin Sara Schlumberger-Ruiz.
Ein donnernder Schlagzeugwirbel zu Beginn der Ouvertüre „Die diebische Elster“ von Rossini sorgt für höchste Aufmerksamkeit des Publikums. Im einleitenden marschähnlichen Rhythmus war gleich höchste Konzentration vom Orchester gefordert, ist dieses Teil doch technisch anspruchsvoll mit schnellen Tonpassagen, aber auch sehr dynamischem Spiel. Verstärkt durch die beiden Schlagzeuger Andreas Welzenbach und Jürgen Dangelmaier wurde ein imposantes Klangbild erreicht. Im weiteren Verlauf der Ouvertüre konnte das Orchester mit abwechselnd filigranem Spiel und dann wiederum im donnernden Forte überzeugen. Die Zuhörerschaft würdigte diese imposante Leistung mit langanhaltendem Beifall. Nach der charmanten und informativen Moderation durch Annika Assmann folgte mit Mozarts „Konzert in D für Violine und Orchester“ (KV
211) der mit Spannung erwartete Auftritt der Geigenvirtuosin Sara Schlumberger-Ruiz, die dieses Konzert mit einfühlsamer Begleitung des SGAO zelebrierte. Im ersten Satz dieses
3-sätzigen Werkes war bereits die absolute Perfektion zu hören mit der die Solistin scheinbar spielerisch durch diesen sonatenhaften Satz schwebte, bereichert durch anspruchsvolle Kadenzen, die die ganze Klasse der Solistin offenbarten. Der zweite Satz „Andante“ wurde dann ganz lyrisch, einfühlsam begleitet vom Akkordeonorchester, dargeboten. Hier schwelgte die Violine in ruhigen Phrasen über der schon fast zärtlichen Begleitung durch das Akkordeonorchester, so dass der Eindruck entstand begleitet hier wirklich ein Akkordeonorchester? Im letzten Satz „Rondeau Allegro“ folgte dann ein technisches Feuerwerk sowohl von Solistin als auch vom Orchester. Mit einer spürbaren Leichtigkeit führte hier die Violine durch diesen Satz, immer wieder durch kleine Kadenzen bereichert, bis zum furiosen Tutti am Ende des Satzes. Nicht enden wollender Beifall war der Dank des Publikums für diese eindrucksvolle Darbietung von Sara Schlumberger-Ruiz zusammen mit dem Orchester. Ein Gänsehautmoment mit feuchten Augen bescherte die Solistin den Orchesterspielern, aber auch vielen Besuchern, als sie ihre Zugabe dem vor
4 Jahren verstorbenen Dirigenten des SGAO Ulrich Hieber widmete. Eine großartige Würdigung einer großartigen Künstlerin. Ruhig ging es anschließend weiter mit der „Pavane“ von Fauré. Das Leitmotiv wanderte hier durch alle Stimmen und zeigte die Klangvielfalt des Akkordeonorchesters mit seinen elektronischen Akkordeons mit Flöten, Fagotte, Hörnern, so dass der ganze Klangkörper zu verschmelzen schien. Zum Abschluss des Konzerts wurde es dann wieder sehr rhythmisch und akzentuiert. Der „Slawische tanz Nr.
8“ begann sehr rhythmisch und effektvoll mit akzentuierten Pauken und Trommeleinsätzen, die sich
2er Takt unter den
3-er Takt des Orchesters legten. Immer wieder lyrische Zwischenspiele machten diesen Tanz sehr abwechslungsreich, aber auch höchst anspruchsvoll für das Orchester unter der ausgezeichneten Leitung von Markus Kottmann. Der „Slawische Tanz Nr.
10“ dann ganz anders, besteht dieser Tanz doch aus einem ganz ruhigen fast verträumten Motiv in Moll , nur kurz durch kleine heitere Vogelgezwitscher-artige Motive in Dur unterbrochen, sehr einfühlsam interpretiert durch das SGAO. Im abschließenden „Slawischen Tanz Nr.
1“ folgte dann wieder ein rhythmisches Feuerwerk. Wieder mit dem Motiv des
2er Taktes im Schlagwerk und dem überlagerten
3-er Takt des Orchesters zeigte sich die Sicherheit der Akkordeonisten, sowohl technisch als auch rhythmisch. Ein etwas langsamerer, aber nicht minder anspruchsvoller Mittelteil wurde ebenso sicher gemeistert wie das furiose Finale, das in einem donnernden Schlussakkord diesen Satz beendete. Begeisterter Applaus und Standing Ovations war der verdiente Dank des Publikums an Dirigent und Orchester, so dass als kleine Zugabe der Tanz „Gopak“ aus der Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzti“ intoniert wurde und mit diesen Klängen das Publikum in den restlichen Muttertags-Sonntag entlassen wurde.